Zum Text springen
Abstimmung für die ganze Schweiz
Infos in Leichter Sprache

Abstimmung am 29. November 2026

Weniger Feuerwerk? (Feuerwerks-Initiative)

Für wen?

Lese-Stufe: Leicht

Abstimmung
29. November 2026
Art
Volks-Initiative · Volk und Kantone müssen Ja sagen
Unterschriften
137'193
Bundes-Rat und Parlament sagen
Nein

Quellen: Bundesblatt/Fedlex · parlament.ch (Curia Vista, namentliche Abstimmung) · BAFU · Suva · Komitees · gfs.bern · Abstimmungsbüchlein (12.10.2026) · Umfrageinstitute

Worum geht es?

Die Initiative will: Lautes Feuerwerk darf man nicht mehr verkaufen. Und nicht mehr zünden. Das gilt für die ganze Schweiz. Für grosse Feste kann der Kanton eine Ausnahme erlauben. Leises Feuerwerk bleibt erlaubt. Zum Beispiel Vulkane. Was genau «laut» heisst, steht nicht im Text. Das müsste ein Gesetz regeln. Der Bundes-Rat und das Parlament sagen Nein.

Die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» verlangt einen neuen Art. 74a BV: Verkauf und Verwendung von Feuerwerkskörpern, die Lärm erzeugen, sind verboten; für Anlässe von überregionaler Bedeutung kann die zuständige kantonale Behörde Ausnahmebewilligungen erteilen; der Vollzug liegt bei den Kantonen. Die Ausführungsbestimmungen müssten spätestens zwei Jahre nach Annahme in Kraft treten. Lanciert wurde die Initiative von 15 parteilosen Privatpersonen; eingereicht am 3. November 2023 mit 137'193 gültigen Unterschriften. Bundesrat und Parlament empfehlen Ablehnung. Ein indirekter Gegenvorschlag (Böllerverbot im Sprengstoffgesetz) scheiterte am 19. Juni 2026 in der Schlussabstimmung des Nationalrats mit 114:79. Es braucht Volks- und Ständemehr.

Wie kam es dazu?

Über 100 Gemeinden haben Feuerwerk schon eingeschränkt. In der Stadt Bern hat das Stadt-Parlament im März 2026 ein Verbot für lautes Feuerwerk verlangt. Der Bundes-Rat sagt: Das reicht. Die Gemeinden können das selbst regeln. Das Parlament wollte einen Kompromiss: nur Knaller verbieten. Aber der Kompromiss ist gescheitert. Die SVP und die Grünen haben Nein gesagt. Aus verschiedenen Gründen. Darum stimmt das Volk jetzt nur über die Initiative ab.

Die Initiative entstand ausserhalb des Parteiensystems: 15 parteilose Privatpersonen gründeten einen Verein und sammelten ab Mai 2022 Unterschriften, unterstützt von Tierschutzorganisationen (Schweizer Tierschutz STS, Stiftung für das Tier im Recht, Vier Pfoten). Der Bundesrat lehnte die Initiative am 16. Oktober 2024 ohne Gegenvorschlag ab: Auswirkungen von Feuerwerk seien zeitlich und örtlich begrenzt, Kantone und Gemeinden verfügten bereits über die Rechtsgrundlagen für Einschränkungen. Das Parlament ging einen anderen Weg und erarbeitete — weil Umfragen dem Anliegen grossen Rückhalt attestierten — einen indirekten Gegenvorschlag im Sprengstoffgesetz (Verbot reiner Knallkörper, Importlimite 2,5 kg). Er passierte beide Räte, scheiterte aber am 19. Juni 2026 in der Schlussabstimmung des Nationalrats (114:79) an einer Allianz aus SVP («zu viel Bürokratie») und Grünen («wirkungslos»). Das Komitee sprach von einem «Scheinkompromiss» und verzichtete auf den Rückzug.

Bei einem Ja
Lautes Feuerwerk darf man nicht mehr verkaufen und nicht mehr zünden. Für grosse Feste kann der Kanton eine Ausnahme machen. Das Gesetz dazu muss in 2 Jahren fertig sein.
Art. 74a BV und eine Übergangsbestimmung treten in Kraft; die Ausführungsbestimmungen müssen spätestens zwei Jahre nach der Annahme gelten, an der Kompetenzverteilung ändert sich laut Botschaft nichts: Herstellung und Einfuhr bleiben Bundesbewilligung, Detailhandel und Vollzug kantonal. Nach Darstellung der Befürworter bleiben geräuschlose Feuerwerkskörper, Laser- und Drohnenshows sowie bewilligte Grossfeuerwerke möglich. Nach Darstellung der Gegner wären faktisch alle klassischen Höhenfeuerwerke betroffen, weil es lautlose Höhenfeuerwerke technisch nicht gebe — was «Lärm» bedeutet, müsste das Gesetz erst definieren. Der Bundesrat selbst hält in der Botschaft fest, dass Feuerwerke mit grossen Buketts am Himmel nur noch im Rahmen von Anlässen von überregionaler Bedeutung möglich wären.
Bei einem Nein
Es bleibt alles wie heute. Auch das Verbot für Knaller kommt nicht. Die Gemeinden können Feuerwerk weiter selbst einschränken.
Es gilt weiterhin das Sprengstoffgesetz ohne neue Einschränkungen; das im Gegenvorschlag geplante Böllerverbot und die Importlimite treten nicht in Kraft. Kantone und Gemeinden behalten ihre Kompetenz, Verkauf und Abbrennen zeitlich und örtlich zu beschränken — über 100 Gemeinden tun das bereits.
Wer empfiehlt Ja oder Nein?
Ja
SPGrüneGLPEVPSchweizer Tierschutz STSVier Pfoten
Nein
Bundesrat und ParlamentSVPFDPDie MitteEDUGewerbeverband sgvProFeuerwerk / Feuerwerksbranche
Keine Empfehlung
Schweizer Bauernverband

So empfehlen die Parteien und der Bundesrat. Manche Parteien sagen es erst später. · Stand: 25. Oktober 2026

Wie hat das Parlament gestimmt?
Nationalrat · Schlussabstimmung 19.06.2026 (Ja = gegen die Ablehnungsempfehlung)
50 Ja
131 Nein

18 Enthaltungen

Ständerat · Schlussabstimmung 19.06.2026 (Ja = gegen die Ablehnungsempfehlung); Quelle: Abstimmungsbüchlein S. 7
3 Ja
40 Nein

1 Enthaltung

ZH Jedes Mitglied einzeln — mit Wappen und Resultat alle 246 ansehen
Die Waage: Was gewinnt man? Was gibt man auf?
Bei einem JA
+ Das gewinnt man
  • Eine Regel für die ganze Schweiz
  • Schutz für Tiere, Umwelt und Menschen, die Ruhe brauchen
− Das gibt man auf
  • Kein lautes Feuerwerk mehr am 1. August und an Silvester
  • Die Gemeinden entscheiden nicht mehr selbst
Bei einem NEIN
+ Das gewinnt man
  • Die Tradition bleibt
  • Die Kantone und Gemeinden entscheiden selbst
− Das gibt man auf
  • Keine Regel für die ganze Schweiz
  • Lärm und Feinstaub bleiben, wo die Gemeinde nichts macht

Jede Wahl hat einen Preis. Beide Seiten sind gleich gezeigt.

Gründe: dafür und dagegen

Dafür

National-Rat Kilian Baumann (Grüne) / Initiativ-Komitee
Tiere & Umwelt Tiere haben Angst vor dem Lärm. Sie rennen weg und verletzen sich. Feinstaub und Abfall schaden der Natur. Quelle: National-Rat Kilian Baumann (Grüne) / Initiativ-Komitee ↗
Tradition & Zusammen-Leben Es geht um Rücksicht. Manche Menschen leiden sehr unter dem Lärm. Feste sind auch mit Licht-Shows oder Drohnen-Shows schön. Quelle: National-Rätinnen Meret Schneider (Grüne) und Anna Rosenwasser (SP) / Schweizer Tierschutz ↗
Kantone & Recht Über 100 Gemeinden haben schon Regeln. Eine Regel für die ganze Schweiz ist einfacher. Grosse Feuerwerke bleiben mit Bewilligung erlaubt. Quelle: Initiativ-Komitee / tierschutz-helfer.ch ↗
Wirtschaft & Geschäfte Nur wenige verdienen am Feuerwerk. Aber viele Menschen, Tiere und die Natur leiden darunter. Quelle: Initiativ-Komitee ↗

Dagegen

Bundes-Rat / Koordinations-Stelle Feuerwerk SKF
Tiere & Umwelt Feuerwerk gibt es fast nur an zwei Abenden im Jahr. Der Lärm ist kurz. Die Gemeinden können Tiere und Menschen schon heute schützen. Quelle: Bundes-Rat / Koordinations-Stelle Feuerwerk SKF ↗
Tradition & Zusammen-Leben Feuerwerk ist Tradition. Es gehört zum 1. August und zu Silvester. Die Menschen sollen selbst entscheiden. Quelle: National-Rat Roman Hug (SVP) und National-Rätin Bettina Balmer (FDP) ↗
Kantone & Recht Die Gemeinden und Kantone haben schon alle Regeln, die sie brauchen. Und niemand weiss genau, was «Lärm» heisst. Das gibt viel Bürokratie. Quelle: Bundes-Rat / SKF ↗
Wirtschaft & Geschäfte Ein grosses Feuerwerk ohne Lärm gibt es nicht. Geschäfte und Firmen für Feuerwerk verlieren ihre Arbeit. Und Leute kaufen Feuerwerk dann illegal. Quelle: Verein ProFeuerwerk (Nein-Komitee) ↗
Beispiele: Was wäre anders?

Wähle ein Beispiel. Du siehst: Wie ist es heute? Wie wäre es mit der neuen Regel?

So ist es heute

Erlaubt, wenn die Gemeinde es nicht verbietet.

So wäre es mit der neuen Regel

Lautes Feuerwerk ist verboten. Leises Feuerwerk ist erlaubt.

Zwei Wege: Was passiert nach der Abstimmung?

Bei Ja geht es anders weiter als bei Nein. Jeder Punkt hat ein Zeichen: Das steht im Gesetz. Oder: Das schätzt der Bund. Oder: Das erwarten die Lager. Tippe auf einen Punkt. Dann siehst du den Text und die Quelle.

Bei Ja
  1. 2026 Der Artikel 74a kommt in die Verfassung steht im Gesetz

    Wenn Volk und Kantone Ja sagen, steht das Verbot in der Verfassung. Verboten sind dann der Verkauf und das Zünden von lautem Feuerwerk. Eine Übergangs-Regel sagt: Das Gesetz dazu muss spätestens 2 Jahre nach der Abstimmung gelten.

    Quelle: Beschluss vom Parlament vom 19. Juni 2026 (Artikel 74a und Übergangs-Regel) ↗
  2. 2027–2028 Der Bund muss «Lärm» und «überregionale Bedeutung» im Gesetz erklären steht im Gesetz

    Der Text der Initiative sagt nicht, was lautes Feuerwerk ist. Der Bundes-Rat sagt: Dafür gibt es heute keine anerkannte Erklärung. Das Parlament müsste das Sprengstoff-Gesetz ändern. Es müsste sagen, was «überregionale Bedeutung» heisst. Und es müsste den Lärm regeln. Entweder mit einem Grenz-Wert: So laut darf es höchstens sein. Dann braucht es eine Mess-Methode und eine Kennzeichnung. Oder das Parlament verbietet bestimmte Arten von Feuerwerk. Die Aufgaben von Bund und Kantonen bleiben gleich verteilt.

    Quelle: Botschaft vom Bundes-Rat vom 16. Oktober 2024 ↗
  3. spätestens 29.11.2028 Das Verbot gilt. Die Kantone setzen es um. steht im Gesetz

    Sobald das Gesetz gilt, darf man lautes Feuerwerk nicht mehr verkaufen. Und nicht mehr zünden. Für Anlässe von überregionaler Bedeutung gibt es eine Ausnahme. Der Kanton kann sie erlauben. Man muss dafür ein Gesuch stellen. Der Kanton muss nicht Ja sagen. Er kann. Die Kantone setzen das Verbot um. Ausser das Gesetz gibt eine Aufgabe dem Bund.

    Quelle: Artikel 74a und Übergangs-Regel in der Verfassung (Text zur Abstimmung) ↗
  4. ab 2029 Folgen laut Bundes-Rat schätzt der Bund

    Der Bundes-Rat sagt: Es gibt weniger Lärm. Weniger Schmutz in Luft und Boden. Weniger Brände und Unfälle. Grosse Feuerwerke am Himmel gibt es nur noch an Anlässen von überregionaler Bedeutung. Die Firmen, die Feuerwerk einführen, sind stark betroffen. Die Branche sagt: Lautes Feuerwerk macht rund 70 Prozent vom Umsatz aus. Die 4 Schweizer Hersteller sind weniger betroffen. Sie machen vor allem Vulkane und bengalische Hölzer. Für die Wirtschaft insgesamt ändert sich wenig. Aber: Vielleicht bestellen mehr Leute verbotenes Feuerwerk im Internet.

    Quelle: Botschaft vom Bundes-Rat 2024 (mit einer Studie von Federas für das Bundes-Amt für Umwelt). Annahme: Was «Lärm» heisst, ist noch offen. Die 70 Prozent sind eine Schätzung von der Branche. ↗
  5. ab 2029 Was am 1. August und an Silvester noch geht erwarten die Lager

    Wie weit das Verbot im Alltag geht, ist umstritten. Es hängt davon ab, wie das Gesetz «Lärm» erklärt.

    Die Befürworter sagen

    Leises Feuerwerk bleibt erlaubt. Zum Beispiel Vulkane, Wunderkerzen und bengalische Feuer. Auch Laser-Shows und Drohnen-Shows. Grosse Feuerwerke von Profis an Festen von Gemeinden und Städten kann man weiter erlauben. Man muss dafür ein Gesuch stellen.

    Das Komitee für die Initiative (Verein für eine Einschränkung von Feuerwerk) / tierschutz-helfer.ch ↗
    Die Gegner sagen

    Ein normales Feuerwerk hoch am Himmel ohne Lärm gibt es nicht. Das geht technisch nicht. Raketen, Batterien und farbige Buketts wären verboten. Feiern zum 1. August in den Dörfern wären nicht mehr möglich. Die wenigen ganz grossen Feuerwerke würden Firmen aus dem Ausland machen.

    Verein ProFeuerwerk (Nein-Komitee) / Koordinations-Stelle Feuerwerk SKF ↗
    Quelle: Strittiger Punkt laut Botschaft vom Bundes-Rat 2024 ↗
  6. bis 2035 Eine Regel für alle oder neue Probleme? erwarten die Lager

    Macht eine Regel für die ganze Schweiz alles einfacher? Oder gibt es neue Probleme bei der Umsetzung? Die beiden Seiten sehen das gegensätzlich.

    Die Befürworter sagen

    Eine Regel für die ganze Schweiz macht alles klar. Heute gibt es über 100 verschiedene Regeln in den Gemeinden. Das ist ein Flicken-Teppich. Der wäre dann vorbei. Tiere, lärm-empfindliche Menschen und die Umwelt wären dauerhaft geschützt.

    Das Komitee für die Initiative / Schweizer Tierschutz STS ↗
    Die Gegner sagen

    Das Verbot wird zum «bürokratischen Albtraum». Denn niemand weiss, was «Lärm» heisst. Vielleicht zählt schon der Knall beim Abschuss. Verbote treiben die Leute auf den Schwarz-Markt. So war es in den Niederlanden. Fach-Geschäfte, Importeure und Arbeits-Plätze sind in Gefahr.

    National-Rat Roman Hug (SVP) in der Debatte / SKF / ProFeuerwerk ↗
    Quelle: Debatte im National-Rat vom 11. Dezember 2025 (Parlament) ↗
Bei Nein
  1. 2026 Das Bundes-Recht bleibt gleich. Kein Böller-Verbot. steht im Gesetz

    Das Sprengstoff-Gesetz und die Verordnung dazu bleiben gleich. Das Parlament hatte ein Böller-Verbot ausgearbeitet. Mit einer Grenze für den Import. Das kommt nicht. Denn der National-Rat hat diesen Gegen-Vorschlag am 19. Juni 2026 abgelehnt. In der Schluss-Abstimmung: 114 zu 79 Stimmen. Beim Bund ist zu Feuerwerk nichts mehr hängig.

    Quelle: Parlament, Geschäft 25.402 (Schluss-Abstimmung vom 19. Juni 2026) ↗
  2. ab 2027 Die heutigen Regeln: Kategorien F1 bis F4, Bewilligung vom Kanton, Grenze für den Import auf Reisen steht im Gesetz

    Feuerwerk ist weiter in 4 Kategorien eingeteilt: F1 bis F4. Das ist in der EU gleich. F4 dürfen nur Personen mit einem Fach-Ausweis zünden. Wer Feuerwerk verkauft, braucht eine Bewilligung vom Kanton. Die Kantone dürfen den Verkauf einschränken. Zum Beispiel nur an bestimmten Tagen. Oder sie dürfen bestimmtes Feuerwerk verbieten. Auf Reisen darf man F1 bis F3 mitbringen. Bis 2,5 Kilo, ohne Bewilligung. Ausnahme: Feuerwerk, das am Boden knallt.

    Quelle: Botschaft vom Bundes-Rat 2024 (Sprengstoff-Gesetz und Verordnung) ↗
  3. ab 2027 Kantone und Gemeinden regeln es weiter selbst steht im Gesetz

    9 von den 10 grössten Städten schränken Feuerwerk heute schon ein. Die Stadt Zürich erlaubt Feuerwerk nur an grossen Anlässen für alle. Die Stadt Bern verbietet F2 bis F4 in der Altstadt. Davos hat 2020 lautes Feuerwerk verboten. Mit einer Abstimmung in der Gemeinde. Der Kanton Basel-Landschaft verbietet Feuerwerk an hohen Feiertagen. Seit dem 1. April 2026 gilt in allen Kantonen: Kein Feuerwerk in Räumen, die für alle offen sind. Das steht in den Regeln zum Brand-Schutz. Bei einem Nein bleiben alle diese Regeln.

    Quelle: Botschaft vom Bundes-Rat 2024. Verbot in Innen-Räumen: Parlament (Stände-Rat, 3. Juni 2026) und SRF vom 6. März 2026 ↗
  4. 2026–2027 Neue Vorschläge in Kantonen und Städten steht im Gesetz

    Das Stadt-Parlament von Bern hat am 12. März 2026 ein Verbot von lautem Feuerwerk verlangt: 34 zu 27 Stimmen. Die Stadt-Regierung muss jetzt die Regeln ändern. Im Kanton Zürich verlangen Politiker aus mehreren Parteien seit Juni 2026 ein Verbot von lautem Feuerwerk. Rund 30 Gemeinden im Kanton Zürich haben schon Verbote beschlossen. An der Gemeinde-Versammlung. Auf der Liste von tierschutz-helfer.ch stehen rund 100 Gemeinden mit Verboten oder Einschränkungen.

    Quelle: swissinfo/SDA vom 12. März 2026 (Bern) und vom 19. Juni 2026 (Kanton Zürich), tierschutz-helfer.ch (Liste der Gemeinden) ↗
  5. ab 2027 Kann man das Problem vor Ort lösen? erwarten die Lager

    Reicht es, wenn Kantone und Gemeinden es regeln? Die beiden Seiten sehen das gegensätzlich.

    Die Befürworter sagen

    Der Flicken-Teppich bleibt. Lärm hört nicht an der Gemeinde-Grenze auf. Tiere geraten weiter in Panik. Menschen leiden weiter unter Lärm. Die Umwelt wird weiter mit Abfall und Fein-Staub belastet. Und das mildere Böller-Verbot kommt auch nicht.

    Das Komitee für die Initiative / National-Rat Kilian Baumann (Grüne) in der Debatte ↗
    Die Gegner sagen

    Kantone und Gemeinden haben schon heute die Regeln dafür. Und sie nutzen sie. Tradition und Eigen-Verantwortung bleiben. Probleme löst man dort, wo sie entstehen. Neue Regeln vom Bund braucht es nicht.

    Der Bundes-Rat (Botschaft) / SKF / National-Rätin Bettina Balmer (FDP) in der Debatte ↗
    Quelle: Bundes-Rat (Mitteilung vom 16. Oktober 2024) und Debatte im Parlament ↗
  6. bis 2035 Die Zahlen ohne neue Regel vom Bund schätzt der Bund

    Von 2010 bis 2022 hat die Schweiz jedes Jahr 1'200 bis 2'300 Tonnen Feuerwerk verbraucht. Im Durchschnitt 1'700 Tonnen. Es wird nicht mehr. Das Bundes-Amt für Umwelt sagt: Feuerwerk macht 200 bis 400 Tonnen Fein-Staub pro Jahr. Das sind rund 2 bis 3 Prozent vom ganzen Jahr. Für kurze Zeit ist die Luft dann zu schmutzig. Die Suva zählt rund 200 bis 230 Unfälle pro Jahr. Nämlich bei Menschen, die bei ihr versichert sind. Ohne Regel vom Bund hängt es davon ab, was Gemeinden und Kantone weiter beschliessen.

    Quelle: Bundes-Amt für Umwelt (Feuerwerk und Umwelt), Botschaft vom Bundes-Rat 2024 (Statistik von fedpol, Suva). Annahme: Die Zahlen von 2010 bis 2022 gehen so weiter. Es gibt keine amtliche Vorhersage. ↗
Kann man das später wieder ändern?
Verfassung: Volk und Kantone müssen zustimmen

Bei einem Ja steht das Verbot in der Verfassung. Ändern oder streichen können es nur Volk und Kantone. Dafür gibt es zwei Wege: Ein Beschluss vom Parlament mit einer Abstimmung. Oder eine neue Volks-Initiative mit 100'000 Unterschriften. In beiden Fällen müssen Volk und Kantone Ja sagen. Das Gesetz dazu kann das Parlament später ändern. Dagegen kann man das Referendum ergreifen. Aber das Gesetz muss immer zum Artikel 74a passen. Bei einem Nein bleibt das Parlament zuständig. Es kann das Sprengstoff-Gesetz jederzeit ändern. Dagegen kann man das Referendum ergreifen. Und eine neue Volks-Initiative wäre möglich.

Andere Vorschläge im Parlament
Gegen-Vorschlag: Böller-Verbot im Sprengstoff-Gesetz (Vorschlag der Kommission 25.402)

Feuerwerk, das nur knallt, wäre verboten gewesen. Ausnahme: sehr ungefährliches und sehr leises Feuerwerk. Auf Reisen hätte man nur noch 2,5 Kilo kleines Feuerwerk pro Tag und Person mitbringen dürfen. Die Kantone hätten auch das Zünden einschränken oder verbieten dürfen. Nach Zeit und Ort. Die Details hätte der Bundes-Rat in einer Verordnung geregelt.

Ergebnis Der National-Rat hat am 11. Dezember 2025 zuerst Ja gesagt: 97 zu 85 Stimmen (7 Enthaltungen). Der Stände-Rat hat am 3. Juni 2026 Ja gesagt. Der National-Rat am 9. Juni 2026 auch. Aber in der Schluss-Abstimmung am 19. Juni 2026 hat der National-Rat Nein gesagt: 79 zu 114 Stimmen (6 Enthaltungen). Der Gegen-Vorschlag ist gescheitert. Das Komitee für die Initiative nannte ihn «Schein-Kompromiss». Es hat die Initiative nicht zurückgezogen.
Quelle: parlament.ch ↗
Ausweis-Pflicht für das Zünden von Feuerwerk zum Vergnügen

Das Parlament hat beim Gegen-Vorschlag auch das besprochen: Wer Feuerwerk zum Vergnügen zündet, hätte einen Ausweis gebraucht.

Ergebnis Das Parlament hat Nein gesagt (National-Rat, 11. Dezember 2025). Ein Ausweis bleibt nur Pflicht für Feuerwerk in Industrie, Technik und Landwirtschaft.
Quelle: parlament.ch ↗
Verbot vom Bund für Feuerwerk in Innen-Räumen

In Crans-Montana gab es einen Brand. Danach hat die Kommission vom Stände-Rat ein Verbot geprüft: Kein Feuerwerk in Räumen, die für alle offen sind. Als Regel vom Bund.

Ergebnis Nicht weiterverfolgt. Denn seit dem 1. April 2026 gilt ein solches Verbot in allen Kantonen. Über die Regeln zum Brand-Schutz.
Quelle: parlament.ch ↗
Bundes-Rat: Nein ohne Gegen-Vorschlag

Der Bundes-Rat hat in der Botschaft vom 16. Oktober 2024 bewusst keinen Gegen-Vorschlag gemacht. Er sagte: Kantone und Gemeinden haben schon heute die Regeln dafür.

Ergebnis Das Parlament hat das nicht übernommen. Die Kommissionen haben stattdessen einen Gegen-Vorschlag ausgearbeitet. Der ist später gescheitert.
Quelle: parlament.ch ↗
Das weiss man noch nicht

Für diese Vorlage gibt es keine amtlichen Zahlen für die Zukunft. Zwei Wörter sind noch nicht klar: Was heisst «Lärm»? Und was heisst «überregionale Bedeutung»? Das entscheidet erst ein Gesetz. Dieses Gesetz müsste spätestens am 29. November 2028 gelten.

Tendenz von den Besuchern

Was denkst du heute über die Vorlage?

Diskussion

Regeln für die Diskussion

Bleib freundlich. Schreibe sachlich. Keine Beleidigungen. Meinungen für Ja und für Nein sind gleich willkommen. Dein Beitrag erscheint, wenn du den Link in der E-Mail klickst. Wir dürfen Beiträge wieder löschen.

Der genaue Text der Vorlage Der neue Artikel 74a

Das ist der Original-Text. Er ist in schwerer Sprache. Wir haben ihn nicht verändert.

Art. 74a Feuerwerk

1 Der Verkauf und die Verwendung von Feuerwerkskörpern, die Lärm erzeugen, sind verboten.

2 Für Anlässe von überregionaler Bedeutung kann die zuständige kantonale Behörde auf Gesuch hin Ausnahmebewilligungen erteilen.

3 Für den Vollzug der Vorschriften sind die Kantone zuständig, soweit das Gesetz ihn nicht dem Bund vorbehält.

Art. 197 Ziff. 15 Übergangsbestimmung zu Art. 74a

Die Ausführungsbestimmungen zu Artikel 74a treten spätestens zwei Jahre nach dessen Annahme durch Volk und Stände in Kraft.

Art. 2 des Bundesbeschlusses

Die Bundesversammlung empfiehlt Volk und Ständen, die Initiative abzulehnen.

Quelle: Fedlex — BBl 2026 1760 ↗
Umfragen Eine Umfrage ist keine Vorhersage.

Eine Umfrage zeigt nur die Stimmung an einem Tag. Sie sagt nicht, wie die Abstimmung ausgeht. Die Umfragen wurden im Internet und am Telefon gemacht.

Wer hat gefragt? Wann? Wie viele? Ja Nein Unsicher
gfs.bern (Cockpit) · Initiativkomitee / gfs.bern 29. Okt. – 7. Nov. 2024 1'003 68 % 28 % 4 %
LeeWas · Tamedia / 20 Minuten 7.–8. Okt. 2026 11'239 68 % 30 % 2 %
YouGov Schweiz · Eigenstudie 7.–19. Okt. 2026 2'949 62 % 33 % 6 %
gfs.bern · SRG SSR 5.–18. Okt. 2026 14'874 69 % 29 % 2 %

Kommt noch: Im November kommen weitere Umfragen.

Mehr dazu · zum Aufklappen
Irrtümer aufklären Was viele falsch verstehen — klar erklärt

Beide Seiten nennen die gleichen Zahlen. Aber sie gewichten sie anders.

Viele denken:«Feuerwerk macht viel Feinstaub.» Oder: «Feuerwerk macht fast keinen Feinstaub.»
Richtig ist:Beides ist richtig. Feuerwerk macht 2 bis 3 von 100 Teilen vom Feinstaub im Jahr. Aber alles in wenigen Stunden. Dann ist die Luft kurz sehr schlecht.
bafu.admin.ch
Viele denken:«Die Initiative verbietet nur Knaller.»
Richtig ist:Nein. Das war der Gegen-Vorschlag. Die Initiative verbietet alles Feuerwerk, das «Lärm macht». Was das genau heisst, ist noch nicht klar.
fedlex.admin.ch
Viele denken:«Bei einem Nein gibt es wenigstens das Verbot für Knaller.»
Richtig ist:Nein. Der Gegen-Vorschlag ist gescheitert. Bei einem Nein ändert sich nichts.
parlament.ch
Was wir noch nicht wissen Hier fehlen noch Infos. Wir tragen sie später nach.
  • Alle grossen Parteien haben jetzt eine Parole.
  • Das Nein-Komitee hat jetzt eine eigene Website. Seine Argumente im Dossier kommen aus dem Abstimmungs-Büchlein und aus einer Mitteilung vom Gewerbe-Verband.
  • Die Argumente haben wir mit dem Abstimmungs-Büchlein verglichen.
Für Lehr-Personen · Bezug zum Lehrplan
  • Sek I · Einstieg
    Wer darf eine Initiative machen? Hier waren es 15 Privat-Personen. Und: Was gilt in meiner Gemeinde?
  • Sek II / Gymi · BFS / ABU
    Volk und Kantone müssen Ja sagen. Bei der Kriegs-Material-Abstimmung am gleichen Tag reicht das Volk. Warum?

Quellen: Bundesrat — Erläuterungen zur Volksabstimmung vom 29. November 2026 (Abstimmungsbüchlein, PDF) · Fedlex — Bundesbeschluss über die Volksinitiative (BBl 2026 1760) · Parlament — Curia Vista, Geschäft 24.080 · Bundeskanzlei — Abstimmungsvorlagen für den 29. November 2026 · Bundeskanzlei — Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» · Initiativkomitee — feuerwerksinitiative.ch · tierschutz-helfer.ch — Abstimmung 29. November 2026 · Verein ProFeuerwerk (Nein-Komitee) · Schweizerische Koordinationsstelle Feuerwerk SKF · SRF — Feuerwerksinitiative kommt zur Abstimmung, ohne Gegenvorschlag · BAFU — Feuerwerke und Umweltbelastung · Suva — Feuerwerksunfälle · gfs.bern — Cockpit Feuerwerksinitiative (2024) · FDP — Parolen · LeeWas / Tamedia — Abstimmungsumfrage Welle 1 (14.10.2026, PDF) · SVP — Medienmitteilung zur Delegiertenversammlung (17.10.2026) · Die Mitte — Nein zur Feuerwerksinitiative (22.10.2026) · GLP — Parolen für die Abstimmungen vom 29. November (24.10.2026) · Nein-Komitee — nein-feuerwerksverbot.ch · YouGov Schweiz — Stimmungsbarometer zum 29. November (20.10.2026) · gfs.bern — 1. SRG-Trendumfrage zum 29. November 2026 (23.10.2026)