So funktioniert die Schweizer Demokratie
Die Schweiz hat eine besondere Demokratie. Das Volk wählt das Parlament. Das Volk stimmt auch selbst über viele Fragen ab. Das passiert mehrmals im Jahr. Auf dieser Seite gibt es 4 Themen. Thema 1: die Geschichte. Thema 2: Wer macht was im Staat? Thema 3: Initiative und Referendum. Thema 4: Bund, Kantone und Gemeinden.
Die Schweiz hat eine besondere Demokratie. Das Volk wählt das Parlament. Das Volk stimmt auch selbst über viele Fragen ab. Das passiert mehrmals im Jahr. Auf dieser Seite gibt es 4 Themen. Thema 1: die Geschichte. Thema 2: Wer macht was im Staat? Thema 3: Initiative und Referendum. Thema 4: Bund, Kantone und Gemeinden.
Die moderne Schweiz gibt es seit dem Jahr 1848. Vorher gab es einen kurzen Krieg in der Schweiz. Danach haben die Kantone sich zusammengetan. Sie haben eine Verfassung gemacht. Die Verfassung ist das wichtigste Gesetz im Land. Seit 1848 hat die Schweiz ein Parlament und eine Regierung. Danach kam Schritt für Schritt mehr Demokratie dazu. Seit 1874 kann das Volk Gesetze stoppen. Das heisst Referendum. Seit 1891 kann das Volk eigene Vorschläge machen. Das heisst Initiative. Die Frauen durften lange nicht abstimmen. Erst seit 1971 dürfen Frauen in der ganzen Schweiz abstimmen. Seit 1991 darf man ab 18 Jahren abstimmen. Die Demokratie verändert sich bis heute.
Die moderne Schweiz gibt es seit dem Jahr 1848. Vorher gab es einen kurzen Krieg in der Schweiz. Danach haben die Kantone sich zusammengetan. Sie haben eine Verfassung gemacht. Die Verfassung ist das wichtigste Gesetz im Land. Seit 1848 hat die Schweiz ein Parlament und eine Regierung. Danach kam Schritt für Schritt mehr Demokratie dazu. Seit 1874 kann das Volk Gesetze stoppen. Das heisst Referendum. Seit 1891 kann das Volk eigene Vorschläge machen. Das heisst Initiative. Die Frauen durften lange nicht abstimmen. Erst seit 1971 dürfen Frauen in der ganzen Schweiz abstimmen. Seit 1991 darf man ab 18 Jahren abstimmen. Die Demokratie verändert sich bis heute.
Vor 1848: noch keine Demokratie
Früher war die Schweiz nur ein Bündnis von Orten. Ein Bündnis ist ein Versprechen: Wir helfen einander. Es gab keine gemeinsame Regierung. Nur wenige Männer durften mitbestimmen. Im Jahr 1798 kamen Soldaten aus Frankreich. Frankreich brachte neue Ideen mit. Eine Idee war: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Eine andere Idee war: Das Volk bestimmt im Staat. Ab 1830 machten viele Kantone neue, modernere Regeln. Das war die Vorbereitung für die moderne Schweiz.
Früher war die Schweiz nur ein Bündnis von Orten. Ein Bündnis ist ein Versprechen: Wir helfen einander. Es gab keine gemeinsame Regierung. Nur wenige Männer durften mitbestimmen. Im Jahr 1798 kamen Soldaten aus Frankreich. Frankreich brachte neue Ideen mit. Eine Idee war: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Eine andere Idee war: Das Volk bestimmt im Staat. Ab 1830 machten viele Kantone neue, modernere Regeln. Das war die Vorbereitung für die moderne Schweiz.
Quelle: bar.admin.ch1847: ein kurzer Krieg in der Schweiz
Im Jahr 1847 gab es einen Krieg in der Schweiz. Schweizer kämpften gegen Schweizer. So einen Krieg nennt man Bürger-Krieg. 7 katholische Kantone hatten ein eigenes Bündnis gemacht. Das Bündnis hiess Sonderbund. Die anderen Kantone waren dagegen. Sie lösten den Sonderbund mit Gewalt auf. Der Krieg dauerte nicht einmal einen Monat. 93 Menschen starben. Der Chef der Truppen hiess General Dufour. Er wollte möglichst wenig zerstören. Später half er beim Gründen vom Roten Kreuz.
Im Jahr 1847 gab es einen Krieg in der Schweiz. Schweizer kämpften gegen Schweizer. So einen Krieg nennt man Bürger-Krieg. 7 katholische Kantone hatten ein eigenes Bündnis gemacht. Das Bündnis hiess Sonderbund. Die anderen Kantone waren dagegen. Sie lösten den Sonderbund mit Gewalt auf. Der Krieg dauerte nicht einmal einen Monat. 93 Menschen starben. Der Chef der Truppen hiess General Dufour. Er wollte möglichst wenig zerstören. Später half er beim Gründen vom Roten Kreuz.
Quelle: hls-dhs-dss.ch1848: die moderne Schweiz beginnt
Nach dem Krieg passierte etwas Besonderes. Die Gewinner bestraften die Verlierer nicht. Die Gewinner sagten: Die Verlierer sollen auch mitbestimmen. Darum hat das Parlament zwei Teile. Ein Teil ist für das Volk: der Nationalrat. Ein Teil ist für die Kantone: der Ständerat. So bekam die Schweiz im Jahr 1848 eine Verfassung. Die Verfassung ist das wichtigste Gesetz im Land. Die Schweiz bekam eine gemeinsame Regierung. Und ein gemeinsames Geld.
Nach dem Krieg passierte etwas Besonderes. Die Gewinner bestraften die Verlierer nicht. Die Gewinner sagten: Die Verlierer sollen auch mitbestimmen. Darum hat das Parlament zwei Teile. Ein Teil ist für das Volk: der Nationalrat. Ein Teil ist für die Kantone: der Ständerat. So bekam die Schweiz im Jahr 1848 eine Verfassung. Die Verfassung ist das wichtigste Gesetz im Land. Die Schweiz bekam eine gemeinsame Regierung. Und ein gemeinsames Geld.
Quelle: 1848-parl.chMehr Demokratie: Referendum und Initiative
Im Jahr 1848 durfte das Volk nur wählen. Später kam mehr dazu. Seit 1874 kann das Volk neue Gesetze stoppen. Das heisst Referendum. Seit 1891 kann das Volk selbst Vorschläge machen. So ein Vorschlag heisst Initiative. Eine Initiative kann die Verfassung ändern. Seit 1918 werden die Sitze im Nationalrat gerechter verteilt. Jede Partei bekommt so viele Sitze, wie sie Stimmen hat.
Im Jahr 1848 durfte das Volk nur wählen. Später kam mehr dazu. Seit 1874 kann das Volk neue Gesetze stoppen. Das heisst Referendum. Seit 1891 kann das Volk selbst Vorschläge machen. So ein Vorschlag heisst Initiative. Eine Initiative kann die Verfassung ändern. Seit 1918 werden die Sitze im Nationalrat gerechter verteilt. Jede Partei bekommt so viele Sitze, wie sie Stimmen hat.
Quelle: bk.admin.chWer darf abstimmen? 1971 und 1991
Lange durften nur Männer abstimmen. Die Frauen bekamen das Stimm-Recht erst im Jahr 1971. Das war später als in fast allen Ländern in Europa. Warum so spät? Die Männer mussten zuerst Ja sagen. Im Jahr 1959 sagten die Männer noch Nein. Im Jahr 1971 sagten sie Ja. Ein Kanton brauchte noch länger: Appenzell Innerrhoden. Dort entschied am Ende ein Gericht: Die Frauen dürfen mitbestimmen. Das war im Jahr 1990. Seit 1991 gilt: Man darf ab 18 Jahren abstimmen. Vorher musste man 20 Jahre alt sein.
Lange durften nur Männer abstimmen. Die Frauen bekamen das Stimm-Recht erst im Jahr 1971. Das war später als in fast allen Ländern in Europa. Warum so spät? Die Männer mussten zuerst Ja sagen. Im Jahr 1959 sagten die Männer noch Nein. Im Jahr 1971 sagten sie Ja. Ein Kanton brauchte noch länger: Appenzell Innerrhoden. Dort entschied am Ende ein Gericht: Die Frauen dürfen mitbestimmen. Das war im Jahr 1990. Seit 1991 gilt: Man darf ab 18 Jahren abstimmen. Vorher musste man 20 Jahre alt sein.
Quelle: ch.chDie Schweiz verändert sich bis heute
Auch die Karte der Schweiz kann sich ändern. Das Volk entscheidet darüber. Im Jahr 1979 gab es einen neuen Kanton: den Jura. Vorher gehörte das Gebiet zum Kanton Bern. Und vor Kurzem: Die Stadt Moutier wechselte den Kanton. Seit dem 1. Januar 2026 gehört Moutier zum Kanton Jura. Die Menschen in Moutier haben das selbst entschieden. Mit einer Abstimmung. Ohne Gewalt.
Auch die Karte der Schweiz kann sich ändern. Das Volk entscheidet darüber. Im Jahr 1979 gab es einen neuen Kanton: den Jura. Vorher gehörte das Gebiet zum Kanton Bern. Und vor Kurzem: Die Stadt Moutier wechselte den Kanton. Seit dem 1. Januar 2026 gehört Moutier zum Kanton Jura. Die Menschen in Moutier haben das selbst entschieden. Mit einer Abstimmung. Ohne Gewalt.
Quelle: bj.admin.chDie Geschichte Die wichtigsten Jahre
- 1798 Frankreich bringt neue Ideen: Das Volk soll bestimmen. Alle sind vor dem Gesetz gleich.
- ab 1830 Viele Kantone geben sich moderne Regeln.
- 1847 Kurzer Bürger-Krieg: Der Sonderbund wird aufgelöst.
- 1848 Die Schweiz bekommt eine Verfassung. Sie wird ein Bundesstaat.
- 1874 Das Volk kann neue Gesetze stoppen: Referendum.
- 1891 Das Volk kann eigene Vorschläge machen: Initiative.
- 1918 Die Sitze im Nationalrat werden gerechter verteilt.
- 1971 Die Frauen bekommen das Stimm-Recht.
- 1979 Der Jura wird der 26. Kanton.
- 1991 Abstimmen ab 18 Jahren.
- 1999 Die Schweiz macht eine neue, modernere Verfassung.
- 2026 Die Stadt Moutier wechselt zum Kanton Jura.
Irrtümer aufklären Was viele falsch verstehen — klar erklärt
Andere Länder Wie machen es andere Länder?
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz: Demokratie · Bundesarchiv: Die Schweiz zwischen 1798 und 1848 · Parlamentsdienste: 1848 — die Bundesverfassung entsteht · ch.ch: Geschichte des Frauenstimmrechts · Bundeskanzlei: Abstimmung vom 7.2.1971 (amtliches Resultat) · Swissvotes (Universität Bern): Datenbank aller eidg. Abstimmungen · Bundesamt für Justiz: Juradossier · Schweizerisches Nationalmuseum: Der Sonderbundskrieg
In der Schweiz hat keine Person allein die Macht. Die Macht ist verteilt. Das Parlament macht die Gesetze. Das Parlament hat zwei Teile. Der Nationalrat vertritt das Volk. Er hat 200 Sitze. Der Ständerat vertritt die Kantone. Er hat 46 Sitze. Beide Teile sind gleich wichtig. Die Regierung heisst Bundesrat. Im Bundesrat sind 7 Personen. Alle 7 entscheiden zusammen. Es gibt keinen Chef von der Schweiz. Die Gerichte passen auf: Halten sich alle an die Regeln? Diese Verteilung der Macht heisst Gewalten-Teilung.
In der Schweiz hat keine Person allein die Macht. Die Macht ist verteilt. Das Parlament macht die Gesetze. Das Parlament hat zwei Teile. Der Nationalrat vertritt das Volk. Er hat 200 Sitze. Der Ständerat vertritt die Kantone. Er hat 46 Sitze. Beide Teile sind gleich wichtig. Die Regierung heisst Bundesrat. Im Bundesrat sind 7 Personen. Alle 7 entscheiden zusammen. Es gibt keinen Chef von der Schweiz. Die Gerichte passen auf: Halten sich alle an die Regeln? Diese Verteilung der Macht heisst Gewalten-Teilung.
Gewalten-Teilung: Niemand hat allein die Macht
Drei Gewalten teilen sich die Macht im Staat. Das Parlament macht die Gesetze. Die Regierung führt die Gesetze aus. Die Gerichte entscheiden bei Streit. Eine Person darf nur in einer Gewalt arbeiten. Ein Beispiel: Eine Frau aus dem Parlament wird in die Regierung gewählt. Dann muss sie das Parlament verlassen. So bekommt niemand zu viel Macht.
Drei Gewalten teilen sich die Macht im Staat. Das Parlament macht die Gesetze. Die Regierung führt die Gesetze aus. Die Gerichte entscheiden bei Streit. Eine Person darf nur in einer Gewalt arbeiten. Ein Beispiel: Eine Frau aus dem Parlament wird in die Regierung gewählt. Dann muss sie das Parlament verlassen. So bekommt niemand zu viel Macht.
Quelle: ch.chDas Parlament: Nationalrat und Ständerat
Das Parlament heisst Bundes-Versammlung. Es hat zwei Teile. Teil 1: der Nationalrat. Er vertritt das Volk. Er hat 200 Sitze. Grosse Kantone haben viele Sitze. Kleine Kantone haben wenige Sitze. Teil 2: der Ständerat. Er vertritt die Kantone. Er hat 46 Sitze. Fast jeder Kanton hat 2 Sitze. Egal ob gross oder klein. Ein neues Gesetz braucht das Ja von beiden Teilen. Beide Teile sind gleich wichtig.
Das Parlament heisst Bundes-Versammlung. Es hat zwei Teile. Teil 1: der Nationalrat. Er vertritt das Volk. Er hat 200 Sitze. Grosse Kantone haben viele Sitze. Kleine Kantone haben wenige Sitze. Teil 2: der Ständerat. Er vertritt die Kantone. Er hat 46 Sitze. Fast jeder Kanton hat 2 Sitze. Egal ob gross oder klein. Ein neues Gesetz braucht das Ja von beiden Teilen. Beide Teile sind gleich wichtig.
Quelle: parlament.chDer Bundesrat: 7 Personen regieren zusammen
Die Regierung der Schweiz heisst Bundesrat. Im Bundesrat sind 7 Personen. Das Parlament wählt sie für 4 Jahre. Alle 7 entscheiden zusammen. Jedes Jahr ist eine andere Person Bundes-Präsidentin oder Bundes-Präsident. Diese Person leitet die Sitzungen. Sie begrüsst Gäste aus anderen Ländern. Mehr Macht hat sie nicht. Besonders ist auch: Die grossen Parteien regieren alle zusammen. Es gibt keine Regierung gegen Opposition.
Die Regierung der Schweiz heisst Bundesrat. Im Bundesrat sind 7 Personen. Das Parlament wählt sie für 4 Jahre. Alle 7 entscheiden zusammen. Jedes Jahr ist eine andere Person Bundes-Präsidentin oder Bundes-Präsident. Diese Person leitet die Sitzungen. Sie begrüsst Gäste aus anderen Ländern. Mehr Macht hat sie nicht. Besonders ist auch: Die grossen Parteien regieren alle zusammen. Es gibt keine Regierung gegen Opposition.
Quelle: admin.chDie Gerichte: eine Schweizer Besonderheit
Das höchste Gericht der Schweiz heisst Bundes-Gericht. Es ist in Lausanne. Es sorgt dafür: Das Recht gilt überall gleich. Eine Besonderheit: Das Bundes-Gericht darf Gesetze vom Bund nicht aufheben. Auch wenn es die Gesetze falsch findet. Der Grund: Über Gesetze kann in der Schweiz das Volk abstimmen. Das letzte Wort hat das Volk. Nicht ein Gericht.
Das höchste Gericht der Schweiz heisst Bundes-Gericht. Es ist in Lausanne. Es sorgt dafür: Das Recht gilt überall gleich. Eine Besonderheit: Das Bundes-Gericht darf Gesetze vom Bund nicht aufheben. Auch wenn es die Gesetze falsch findet. Der Grund: Über Gesetze kann in der Schweiz das Volk abstimmen. Das letzte Wort hat das Volk. Nicht ein Gericht.
Quelle: fedlex.admin.chDas Miliz-Prinzip: Politik neben dem Beruf
Viele Politikerinnen und Politiker in der Schweiz haben einen normalen Beruf. Die Politik machen sie nebenbei. Das nennt man Miliz-Prinzip. So ist es im Parlament. So ist es in vielen Gemeinden. Und auch bei der Feuerwehr und in der Armee. Die Idee: Politiker sollen das normale Leben gut kennen. Heute gibt es eine Diskussion: Die Politik braucht immer mehr Zeit. Funktioniert das Miliz-Prinzip noch?
Viele Politikerinnen und Politiker in der Schweiz haben einen normalen Beruf. Die Politik machen sie nebenbei. Das nennt man Miliz-Prinzip. So ist es im Parlament. So ist es in vielen Gemeinden. Und auch bei der Feuerwehr und in der Armee. Die Idee: Politiker sollen das normale Leben gut kennen. Heute gibt es eine Diskussion: Die Politik braucht immer mehr Zeit. Funktioniert das Miliz-Prinzip noch?
Quelle: parlament.chIrrtümer aufklären Was viele falsch verstehen — klar erklärt
Andere Länder Wie machen es andere Länder?
Quellen: ch.ch: Gewaltenteilung · parlament.ch: Aufgaben der Bundesversammlung · admin.ch: Der Bundesrat · Historisches Lexikon der Schweiz: Konkordanzdemokratie · Bundesgericht · Bundesverfassung (Art. 190)
In der Schweiz stimmt das Volk oft ab. Bis zu 4 Mal im Jahr. Dafür gibt es zwei Werkzeuge. Werkzeug 1 ist die Initiative. Mit einer Initiative schlägt das Volk etwas Neues vor. Dafür braucht es 100'000 Unterschriften. Dann stimmt das ganze Land ab. Werkzeug 2 ist das Referendum. Mit einem Referendum kann das Volk ein neues Gesetz stoppen. Dafür braucht es 50'000 Unterschriften. Dann stimmt das ganze Land über das Gesetz ab. Wer abstimmen darf, bekommt die Unterlagen per Post. In den Unterlagen ist ein Heft. Das Heft erklärt jede Vorlage. Es zeigt die Argumente von beiden Seiten. Die meisten Menschen stimmen per Brief ab.
In der Schweiz stimmt das Volk oft ab. Bis zu 4 Mal im Jahr. Dafür gibt es zwei Werkzeuge. Werkzeug 1 ist die Initiative. Mit einer Initiative schlägt das Volk etwas Neues vor. Dafür braucht es 100'000 Unterschriften. Dann stimmt das ganze Land ab. Werkzeug 2 ist das Referendum. Mit einem Referendum kann das Volk ein neues Gesetz stoppen. Dafür braucht es 50'000 Unterschriften. Dann stimmt das ganze Land über das Gesetz ab. Wer abstimmen darf, bekommt die Unterlagen per Post. In den Unterlagen ist ein Heft. Das Heft erklärt jede Vorlage. Es zeigt die Argumente von beiden Seiten. Die meisten Menschen stimmen per Brief ab.
Die Initiative: Das Volk schlägt etwas vor
Mit einer Initiative kann das Volk etwas vorschlagen. So geht es: Eine Gruppe von 7 bis 27 Personen startet die Initiative. Die Gruppe muss 100'000 Unterschriften sammeln. Dafür hat sie 18 Monate Zeit. Dann stimmt das ganze Land ab. Wichtig: Eine Initiative kann nur die Verfassung ändern. Die Initiative ist angenommen, wenn zwei Mehrheiten Ja sagen: das Volk und die Kantone. Das passiert selten. Nur etwa 1 von 10 Initiativen wird angenommen. Trotzdem bringen Initiativen oft etwas. Das Parlament macht nämlich oft einen Gegen-Vorschlag.
Mit einer Initiative kann das Volk etwas vorschlagen. So geht es: Eine Gruppe von 7 bis 27 Personen startet die Initiative. Die Gruppe muss 100'000 Unterschriften sammeln. Dafür hat sie 18 Monate Zeit. Dann stimmt das ganze Land ab. Wichtig: Eine Initiative kann nur die Verfassung ändern. Die Initiative ist angenommen, wenn zwei Mehrheiten Ja sagen: das Volk und die Kantone. Das passiert selten. Nur etwa 1 von 10 Initiativen wird angenommen. Trotzdem bringen Initiativen oft etwas. Das Parlament macht nämlich oft einen Gegen-Vorschlag.
Quelle: ch.chDas Referendum: Das Volk stoppt ein Gesetz
Das Parlament beschliesst ein neues Gesetz. Manche Menschen sind dagegen. Dann können sie ein Referendum machen. Sie müssen 50'000 Unterschriften sammeln. Dafür haben sie 100 Tage Zeit. Dann stimmt das Volk über das Gesetz ab. Sagt die Mehrheit Nein? Dann gilt das Gesetz nicht. Bei Änderungen der Verfassung muss das Volk immer abstimmen. Das Referendum wirkt schon vorher: Das Parlament sucht oft einen Kompromiss. Dann macht niemand ein Referendum.
Das Parlament beschliesst ein neues Gesetz. Manche Menschen sind dagegen. Dann können sie ein Referendum machen. Sie müssen 50'000 Unterschriften sammeln. Dafür haben sie 100 Tage Zeit. Dann stimmt das Volk über das Gesetz ab. Sagt die Mehrheit Nein? Dann gilt das Gesetz nicht. Bei Änderungen der Verfassung muss das Volk immer abstimmen. Das Referendum wirkt schon vorher: Das Parlament sucht oft einen Kompromiss. Dann macht niemand ein Referendum.
Quelle: ch.chVolks-Mehr und Stände-Mehr
Bei vielen Abstimmungen zählt man doppelt. Erstens: Wie stimmt das ganze Land? Das heisst Volks-Mehr. Zweitens: Wie stimmen die Kantone? Das heisst Stände-Mehr. Ein Beispiel: In einem Kanton sagt die Mehrheit Ja. Dann zählt der ganze Kanton als Ja. Für eine Änderung der Verfassung braucht es beides: das Volks-Mehr und das Stände-Mehr. Manchmal sagt das Land knapp Ja. Aber viele kleine Kantone sagen Nein. Dann ist die Vorlage trotzdem abgelehnt. Das passiert selten.
Bei vielen Abstimmungen zählt man doppelt. Erstens: Wie stimmt das ganze Land? Das heisst Volks-Mehr. Zweitens: Wie stimmen die Kantone? Das heisst Stände-Mehr. Ein Beispiel: In einem Kanton sagt die Mehrheit Ja. Dann zählt der ganze Kanton als Ja. Für eine Änderung der Verfassung braucht es beides: das Volks-Mehr und das Stände-Mehr. Manchmal sagt das Land knapp Ja. Aber viele kleine Kantone sagen Nein. Dann ist die Vorlage trotzdem abgelehnt. Das passiert selten.
Quelle: ch.chSo läuft eine Abstimmung ab
Die Schweiz stimmt an bis zu 4 Sonntagen im Jahr ab. Wer abstimmen darf, bekommt die Unterlagen automatisch per Post. In den Unterlagen ist ein Heft. Das Heft erklärt jede Vorlage. Es zeigt die Argumente von beiden Seiten. Die meisten Menschen stimmen per Brief ab. Etwa 9 von 10. Man kann auch ins Abstimmungs-Lokal gehen. Im Schnitt macht knapp die Hälfte der Menschen mit. Viele stimmen nur ab, wenn das Thema sie interessiert.
Die Schweiz stimmt an bis zu 4 Sonntagen im Jahr ab. Wer abstimmen darf, bekommt die Unterlagen automatisch per Post. In den Unterlagen ist ein Heft. Das Heft erklärt jede Vorlage. Es zeigt die Argumente von beiden Seiten. Die meisten Menschen stimmen per Brief ab. Etwa 9 von 10. Man kann auch ins Abstimmungs-Lokal gehen. Im Schnitt macht knapp die Hälfte der Menschen mit. Viele stimmen nur ab, wenn das Thema sie interessiert.
Quelle: bk.admin.chIrrtümer aufklären Was viele falsch verstehen — klar erklärt
Andere Länder Wie machen es andere Länder?
Quellen: ch.ch: Die Volksinitiative · ch.ch: Das Referendum · ch.ch: Volksmehr und Ständemehr · Bundeskanzlei: Volksabstimmungen · Bundeskanzlei: Volksinitiativen in Zahlen · BFS: Stimmbeteiligung · E-Voting: offizielle Plattform der Kantone · ch.ch: Stimm- und Wahlrecht
Die Schweiz hat drei Ebenen. Ebene 1: die Gemeinden. Eine Gemeinde ist ein Dorf oder eine Stadt. Ebene 2: die Kantone. Die Schweiz hat 26 Kantone. Ebene 3: der Bund. Der Bund ist die ganze Schweiz zusammen. Die Regel heisst: Jede Ebene macht so viel wie möglich selbst. Die Gemeinde kümmert sich zum Beispiel um Wasser und Abfall. Der Kanton kümmert sich zum Beispiel um die Schule und die Polizei. Der Bund kümmert sich zum Beispiel um die Armee und das Geld. Darum ist vieles in der Schweiz von Ort zu Ort verschieden. Das ist so gewollt.
Die Schweiz hat drei Ebenen. Ebene 1: die Gemeinden. Eine Gemeinde ist ein Dorf oder eine Stadt. Ebene 2: die Kantone. Die Schweiz hat 26 Kantone. Ebene 3: der Bund. Der Bund ist die ganze Schweiz zusammen. Die Regel heisst: Jede Ebene macht so viel wie möglich selbst. Die Gemeinde kümmert sich zum Beispiel um Wasser und Abfall. Der Kanton kümmert sich zum Beispiel um die Schule und die Polizei. Der Bund kümmert sich zum Beispiel um die Armee und das Geld. Darum ist vieles in der Schweiz von Ort zu Ort verschieden. Das ist so gewollt.
Subsidiarität: von unten nach oben
In der Schweiz gilt eine Regel: Probleme löst man möglichst nahe bei den Menschen. Die Gemeinde macht vieles selbst. Schafft die Gemeinde es nicht? Dann hilft der Kanton. Braucht es eine Lösung für das ganze Land? Nur dann übernimmt der Bund. Diese Regel heisst Subsidiarität. Sie steht in der Verfassung.
In der Schweiz gilt eine Regel: Probleme löst man möglichst nahe bei den Menschen. Die Gemeinde macht vieles selbst. Schafft die Gemeinde es nicht? Dann hilft der Kanton. Braucht es eine Lösung für das ganze Land? Nur dann übernimmt der Bund. Diese Regel heisst Subsidiarität. Sie steht in der Verfassung.
Quelle: fedlex.admin.chWer macht was?
Der Bund kümmert sich um das ganze Land. Zum Beispiel: Aussen-Politik, Armee, Zoll und Geld. Auch die AHV. Die AHV ist die Renten-Versicherung. Die Kantone kümmern sich zum Beispiel um: Schule, Polizei, Spitäler und ihre eigenen Steuern. Die Gemeinden kümmern sich um das Leben im Ort. Zum Beispiel: Wasser, Abfall und die Schul-Häuser.
Der Bund kümmert sich um das ganze Land. Zum Beispiel: Aussen-Politik, Armee, Zoll und Geld. Auch die AHV. Die AHV ist die Renten-Versicherung. Die Kantone kümmern sich zum Beispiel um: Schule, Polizei, Spitäler und ihre eigenen Steuern. Die Gemeinden kümmern sich um das Leben im Ort. Zum Beispiel: Wasser, Abfall und die Schul-Häuser.
Quelle: ch.chDrei Mal Steuern zahlen
In der Schweiz zahlt man Steuern an drei Stellen: an den Bund, an den Kanton und an die Gemeinde. Jeder Kanton hat eigene Steuer-Regeln. Darum zahlt man je nach Wohn-Ort verschieden viel. Die Kantone vergleichen sich. Sie wollen mit tiefen Steuern Menschen und Firmen anziehen. Das nennt man Steuer-Wettbewerb. Reiche Kantone zahlen in einen Topf für ärmere Kantone. Ist der Steuer-Wettbewerb gut oder schlecht? Darüber streitet die Politik.
In der Schweiz zahlt man Steuern an drei Stellen: an den Bund, an den Kanton und an die Gemeinde. Jeder Kanton hat eigene Steuer-Regeln. Darum zahlt man je nach Wohn-Ort verschieden viel. Die Kantone vergleichen sich. Sie wollen mit tiefen Steuern Menschen und Firmen anziehen. Das nennt man Steuer-Wettbewerb. Reiche Kantone zahlen in einen Topf für ärmere Kantone. Ist der Steuer-Wettbewerb gut oder schlecht? Darüber streitet die Politik.
Quelle: efd.admin.chDemokratie in der Gemeinde
Auch in der Gemeinde entscheiden die Menschen mit. In den meisten Gemeinden gibt es die Gemeinde-Versammlung. Alle Stimm-Berechtigten treffen sich. Sie stimmen direkt ab. Zum Beispiel über das Geld der Gemeinde. Oder über Bau-Projekte. Grössere Gemeinden haben ein eigenes Parlament. Zwei Kantone haben eine Versammlung für den ganzen Kanton: die Landsgemeinde. In Glarus und in Appenzell Innerrhoden. Dort stimmen die Menschen einmal im Jahr im Freien ab. Sie heben dafür die Hand.
Auch in der Gemeinde entscheiden die Menschen mit. In den meisten Gemeinden gibt es die Gemeinde-Versammlung. Alle Stimm-Berechtigten treffen sich. Sie stimmen direkt ab. Zum Beispiel über das Geld der Gemeinde. Oder über Bau-Projekte. Grössere Gemeinden haben ein eigenes Parlament. Zwei Kantone haben eine Versammlung für den ganzen Kanton: die Landsgemeinde. In Glarus und in Appenzell Innerrhoden. Dort stimmen die Menschen einmal im Jahr im Freien ab. Sie heben dafür die Hand.
Quelle: landsgemeinde.gl.chHalb-Kantone: Was stimmt wirklich?
Sechs Kantone nennt man oft Halb-Kantone: Obwalden und Nidwalden. Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Aber Achtung: Sie sind richtige Kantone. Sie haben eine eigene Verfassung, eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament. Nur zwei Dinge sind anders. Sie haben 1 Sitz im Ständerat statt 2. Und ihre Kantons-Stimme zählt bei Abstimmungen nur halb.
Sechs Kantone nennt man oft Halb-Kantone: Obwalden und Nidwalden. Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Aber Achtung: Sie sind richtige Kantone. Sie haben eine eigene Verfassung, eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament. Nur zwei Dinge sind anders. Sie haben 1 Sitz im Ständerat statt 2. Und ihre Kantons-Stimme zählt bei Abstimmungen nur halb.
Quelle: fedlex.admin.chVielfalt ist gewollt
Die Schweiz hat 4 Landes-Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Jeder Kanton organisiert seine Schule selbst. Vieles ist darum von Kanton zu Kanton verschieden. Das hat Vorteile: Die Politik ist nahe bei den Menschen. Die Kantone können Neues ausprobieren. Es hat auch Nachteile: Die Kantone müssen viel miteinander reden. Und wer umzieht, merkt: Die Schule ist nicht überall gleich.
Die Schweiz hat 4 Landes-Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Jeder Kanton organisiert seine Schule selbst. Vieles ist darum von Kanton zu Kanton verschieden. Das hat Vorteile: Die Politik ist nahe bei den Menschen. Die Kantone können Neues ausprobieren. Es hat auch Nachteile: Die Kantone müssen viel miteinander reden. Und wer umzieht, merkt: Die Schule ist nicht überall gleich.
Quelle: ch.chIrrtümer aufklären Was viele falsch verstehen — klar erklärt
Andere Länder Wie machen es andere Länder?
Quellen: ch.ch: Föderalismus · Bundesverfassung (Art. 3, 5a, 43a, 50, 142, 150) · BFS: Amtliches Gemeindeverzeichnis · EFD: Das schweizerische Steuersystem · Landsgemeinde Glarus · Landsgemeinde Appenzell Innerrhoden · EDK: HarmoS-Konkordat · Konferenz der Kantonsregierungen
Für Lehr-Personen · Bezug zum Lehrplan
- Lehrplan 21 (Zyklus 3)
RZG.8.1–8.3: Die Schweiz in Tradition und Wandel verstehen; Demokratie und Menschenrechte; Entstehung des Bundesstaats, politische Institutionen und Prozesse auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene. - ABU (Berufsfachschule)
Aspekt «Politik»: politische Rechte und ihre Nutzung, Meinungsbildung zu Abstimmungsvorlagen, Aufbau und Funktionsweise von Bund, Kantonen und Gemeinden. - Sek II (Gymnasium)
Staatskunde/Geschichte: Vergleich politischer Systeme (CH–DE–USA–EU), Konkordanz- vs. Konkurrenzdemokratie, Spannungsfeld Volksrechte und Rechtsstaat.
Stand: 2026-06-11