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Abstimmung für die ganze Schweiz
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Abstimmung am 27. September 2026

Die Ernährungs-Initiative

Entschieden Diese Abstimmung ist vorbei. Das Dossier bleibt als Archiv. Argumente, Parolen und Umfragen zeigen den Stand vor dem Abstimmungs-Tag.
Für wen?

Lese-Stufe: Leicht

Resultat

Vorläufiges amtliches End-Resultat

Abgelehnt
Ja 27.5 % (722'943) Nein 72.5 % (1'908'512) Stände 0 : 23
  • Kanton Schaffhausen Ja 29.6 %
  • Kanton Basel-Landschaft Ja 26.5 %
  • Stadt Schaffhausen Ja 35.1 %

Stimm-Beteiligung 47.0 % · Der Bundesrat muss das Resultat noch bestätigen.

Quelle: Bundes-Kanzlei, vorläufiges amtliches End-Resultat (1. Oktober 2026)

Abstimmung
27. September 2026
Art
Volks-Initiative · Volk und Kantone müssen Ja sagen
Eingereicht
16. August 2024
Parlament sagt
Nein — niemand hat Ja gesagt

Quellen: Abstimmungsbüchlein (Bundeskanzlei, Redaktionsschluss 19.06.2026) · parlament.ch · BLW/Agrarbericht · Parteien und Verbände · gfs.bern / LeeWas / YouGov

Worum geht es?

Selbst-Versorgung heisst: Wie viel von unserem Essen die Schweiz selbst macht. Heute sind das ungefähr 45 von 100 Teilen. Die Initiative will: Es sollen mindestens 70 von 100 Teilen werden. Und das in 10 Jahren. Dafür sollen die Bauern mehr Pflanzen für Menschen anbauen. Und weniger Tiere halten. Auch das Trink-Wasser, die Natur und der Boden sollen besser geschützt werden. Der Bundes-Rat und das Parlament sagen Nein. Abgestimmt wird am 27. September 2026.

Selbst-Versorgung heisst: Wie viel von unserem Essen die Schweiz selbst macht. Heute sind das ungefähr 45 von 100 Teilen. Die Initiative will: Es sollen mindestens 70 von 100 Teilen werden. Und das in 10 Jahren. Dafür sollen die Bauern mehr Pflanzen für Menschen anbauen. Und weniger Tiere halten. Auch das Trink-Wasser, die Natur und der Boden sollen besser geschützt werden. Der Bundes-Rat und das Parlament sagen Nein. Abgestimmt wird am 27. September 2026.

Wie kam es dazu?

Die Initiative kommt von Franziska Herren. Sie hat einen Verein für sauberes Wasser. Sie hat schon im Jahr 2021 eine Abstimmung über Wasser gemacht. Damals sagte das Volk Nein. Der Bundes-Rat und das Parlament finden das Ziel gut. Aber sie sagen: In so kurzer Zeit geht das nicht. Darum sagen sie Nein. Im Parlament hat niemand Ja gesagt. Das ist sehr selten.

Die Initiative kommt von Franziska Herren. Sie hat einen Verein für sauberes Wasser. Sie hat schon im Jahr 2021 eine Abstimmung über Wasser gemacht. Damals sagte das Volk Nein. Der Bundes-Rat und das Parlament finden das Ziel gut. Aber sie sagen: In so kurzer Zeit geht das nicht. Darum sagen sie Nein. Im Parlament hat niemand Ja gesagt. Das ist sehr selten.

Bei einem Ja
In der Verfassung steht neu ein Ziel: Die Schweiz soll mindestens 70 von 100 Teilen von ihrem Essen selbst machen. Mit mehr Pflanzen. Und mit Schutz von Wasser, Natur und Boden. Der Bund und die Kantone müssen das in 10 Jahren schaffen.
In der Verfassung steht neu ein Ziel: Die Schweiz soll mindestens 70 von 100 Teilen von ihrem Essen selbst machen. Mit mehr Pflanzen. Und mit Schutz von Wasser, Natur und Boden. Der Bund und die Kantone müssen das in 10 Jahren schaffen.
Bei einem Nein
Es kommt kein neues Ziel in die Verfassung. Die Landwirtschaft bleibt wie heute. Der Bundes-Rat will einzelne Anliegen später aufnehmen. Zum Beispiel: mehr sichere Ernährung.
Es kommt kein neues Ziel in die Verfassung. Die Landwirtschaft bleibt wie heute. Der Bundes-Rat will einzelne Anliegen später aufnehmen. Zum Beispiel: mehr sichere Ernährung.
Wer empfiehlt Ja oder Nein?
Ja
Verein «Sauberes Wasser für alle»
Nein
Bundesrat und ParlamentSVPSPFDPDie MitteGLPEVPEDUSchweizer BauernverbandGewerbeverband sgveconomiesuissePro Natura
Keine Empfehlung
GrüneGreenpeace

So empfehlen die Parteien und der Bundesrat. Manche Parteien sagen es erst später. · Stand: 08. September 2026

Wie hat das Parlament gestimmt?
Nationalrat · Schlussabstimmung 20.03.2026
0 Ja
194 Nein

0 Enthaltungen

Ständerat · Schlussabstimmung 20.03.2026
0 Ja
44 Nein

0 Enthaltungen

ZH Jedes Mitglied einzeln — mit Wappen und Resultat alle 246 ansehen
Die Waage: Was gewinnt man? Was gibt man auf?
Bei einem JA
+ Das gewinnt man
  • Es gibt ein festes Ziel für mehr Selbst-Versorgung.
  • Wasser, Boden und Natur werden besser geschützt.
  • Die Bauern bauen mehr Pflanzen für Menschen an.
− Das gibt man auf
  • Die kurze Zeit braucht viele Regeln vom Staat.
  • Die Bauern müssen schnell umstellen.
Bei einem NEIN
+ Das gewinnt man
  • Es gibt kein festes Ziel mit 10-Jahres-Frist.
  • Die Landwirtschaft-Politik bleibt frei.
− Das gibt man auf
  • Die Ziele stehen nicht in der Verfassung.
  • Verbesserungen hängen von der Politik ab.

Jede Wahl hat einen Preis. Beide Seiten sind gleich gezeigt.

Gründe: dafür und dagegen

Dafür

Initiativ-Komitee (Text im Abstimmungs-Büchlein)
Versorgung & Sicherheit Mehr als die Hälfte von unserem Essen kommt aus dem Ausland. In einer Krise ist das gefährlich. Die Schweiz soll mehr selbst machen. Quelle: Initiativ-Komitee (Text im Abstimmungs-Büchlein) ↗
Umwelt & Wasser Zu viel Dünger macht den Boden und das Wasser kaputt. Es gibt Regeln dagegen. Aber sie werden nicht eingehalten. Die Initiative macht die Regeln zur Pflicht. Quelle: Initiativ-Komitee (Text im Abstimmungs-Büchlein) ↗
Essen & Einkauf Auf dem Acker-Land soll Essen für Menschen wachsen. Nicht Mais für Tiere. Die Wiesen bleiben für die Tiere. Quelle: Initiativ-Komitee (Text im Abstimmungs-Büchlein) ↗
Wirtschaft & Bauern-Höfe Der Bund zahlt den Bauern viel Geld. Dieses Geld soll für sicheres Essen und sauberes Wasser eingesetzt werden. Der Bund hilft den Bauern beim Umbau. Quelle: Initiativ-Komitee (Text im Abstimmungs-Büchlein) ↗

Dagegen

Bundes-Rat und Parlament (Text im Abstimmungs-Büchlein)
Versorgung & Sicherheit 70 von 100 Teilen in 10 Jahren: Das geht fast nicht. Der Staat müsste sehr stark eingreifen. Bei den Bauern und beim Essen von allen. Quelle: Bundes-Rat und Parlament (Text im Abstimmungs-Büchlein) ↗
Umwelt & Wasser Die Richtung ist gut. Aber die Initiative will zu viel in zu kurzer Zeit. Der Bundes-Rat will die Landwirtschaft Schritt für Schritt ändern. Quelle: Bundes-Rat und Parlament (Text im Abstimmungs-Büchlein) ↗
Essen & Einkauf Die Menschen müssten viel weniger Fleisch, Milch und Eier essen. Wenn sie das nicht tun, kommt das Fleisch aus dem Ausland. Dann ist das Problem für die Umwelt nur woanders. Quelle: Bundes-Rat und Parlament (Text im Abstimmungs-Büchlein) ↗
Wirtschaft & Bauern-Höfe Viel Land in der Schweiz ist nur Wiese. Dort kann man kein Gemüse anbauen. Die Bauern haben Ställe gebaut. Die können sie nicht so schnell abzahlen. Das kostet den Bund viel Geld. Und das Essen wird teurer. Quelle: Nein-Komitee (Bauern-Verband und Wirtschaft) / Bundes-Rat ↗
Beispiele: Was wäre anders?

Wähle ein Beispiel. Du siehst: Wie ist es heute? Wie wäre es mit der neuen Regel?

So ist es heute

Heute macht die Schweiz ungefähr 45 von 100 Teilen von ihrem Essen selbst.

So wäre es mit der neuen Regel

Der Bund muss versuchen: mindestens 70 von 100 Teilen. In 10 Jahren.

Zwei Wege: Was passiert bis 2036?

Bei Ja geht es anders weiter als bei Nein. Jeder Punkt hat ein Zeichen: Das steht im Gesetz. Oder: Das schätzt der Bund. Oder: Das erwarten die Lager. Tippe auf einen Punkt. Dann siehst du den Text und die Quelle.

Bei Ja
  1. 27.09.2026 Die neuen Verfassungs-Artikel gelten sofort steht im Gesetz

    Die neuen Artikel gelten sofort. Nämlich dann, wenn Volk und Kantone Ja sagen. Es sind drei Teile: Der Artikel 74a über Natur und Arten-Vielfalt. Der geänderte Artikel 104a. Und eine Übergangs-Regel. Der Bund muss dann eine Selbst-Versorgung von mindestens 70 Prozent anstreben. Selbst-Versorgung heisst: Wie viel von unserem Essen kommt aus der Schweiz? Ausserdem: Für Stickstoff und Phosphor gelten wieder die Höchst-Werte von 2008. Das sind Dünge-Stoffe. Mehr darf nicht in die Umwelt gelangen.

    Quelle: Beschluss vom Parlament vom 20. März 2026 (Text zur Abstimmung) · Artikel 195 der Verfassung ↗
  2. bis 27.09.2031 Innerhalb von 5 Jahren muss es ein Gesetz geben steht im Gesetz

    Bund und Kantone müssen innerhalb von 5 Jahren die Regeln machen. Das Gesetz sagt dann: Mit welchen Mitteln arbeitet man? Und welche Zwischen-Ziele gibt es für die Selbst-Versorgung? Auch das Geld vom Staat muss zum Ziel passen. Zum Beispiel Subventionen, Forschung, Beratung und Ausbildung. Subventionen sind Geld vom Staat für die Bauern.

    Quelle: Übergangs-Regel und Artikel 104a der Verfassung (Text zur Abstimmung) ↗
  3. bis 27.09.2036 Nach 10 Jahren muss das Ziel erreicht sein. Die Bauern bekommen Hilfe. steht im Gesetz

    Nach 10 Jahren müssen die neuen Ziele erreicht sein. Die Bauern müssen dafür anders produzieren. Das soll sozial verträglich sein. Das heisst: Niemand soll dabei in Not geraten. Der Bund hilft mit Geld. Wie viel Geld, steht nicht in der Verfassung.

    Quelle: Übergangs-Regel in der Verfassung (Text zur Abstimmung) ↗
  4. 2026–2036 Umbau bei Bauern und beim Essen (Einschätzung vom Bundes-Rat) schätzt der Bund

    Der Bundes-Rat sagt: 70 Prozent sind nur möglich, wenn die Menschen viel weniger Fleisch essen. Nämlich rund 70 Prozent weniger. Es gäbe fast halb so viele Tiere. Vor allem weniger Schweine und Mast-Hühner. Dafür würde man viel mehr Pflanzen für Menschen anbauen. Zum Beispiel 70 Prozent mehr Brot-Getreide. Viele Bauern haben Geld in Ställe gesteckt. Diese Ställe wären in 10 Jahren noch nicht abbezahlt. Was die Hilfe vom Bund kostet, kann man heute nicht sagen. Der Bund müsste das Geld an anderer Stelle sparen.

    Quelle: Botschaft vom Bundes-Rat vom 13. August 2025 (mit einer Modell-Rechnung von Agroscope, 2020) ↗
  5. bis 2036 Was man erwartet: Folgen für Bauern, Preise und Versorgung erwarten die Lager

    Das Komitee für die Initiative und die Nein-Seite erwarten das Gegenteil. Nämlich für die Folgen vom Umbau.

    Die Befürworter sagen

    Heute wächst auf viel Acker-Land Futter für Tiere. Dort könnte man Hülsen-Früchte, Getreide und Gemüse für Menschen anbauen. Das gibt mehr als 10 Mal so viele Kalorien. Auf den Wiesen gibt es weiter Milch und Fleisch. Das Geld vom Staat geht dann in eine sichere Versorgung. Auch in Krisen. Die Bauern-Familien bekommen Sicherheit, neue Käufer und faire Preise.

    Das Komitee für die Initiative / Verein «Sauberes Wasser für alle» ↗
    Die Gegner sagen

    Ein Umbau in 10 Jahren bringt viele Bauern-Betriebe in Geld-Not. Mehr als zwei Drittel vom Land eignet sich nicht für Äcker. Essen wird teurer. Das trifft Menschen mit wenig oder mittlerem Einkommen besonders. In Läden und Restaurants gibt es weniger Auswahl. Und wenn die Menschen weiter viel Fleisch essen? Dann kommt es aus dem Ausland. Die Umwelt-Belastung wandert einfach ins Ausland.

    Nein-Allianz (Bauern-Verband, Lebensmittel-Industrie, GastroSuisse) · Der Bundes-Rat und das Parlament ↗
    Quelle: Argumente im Abstimmungs-Büchlein, Seite 26 bis 29 ↗
Bei Nein
  1. 27.09.2026 Der Artikel 104a von 2017 bleibt. Die Dünger-Ziele gelten weiter. steht im Gesetz

    Die Verfassung wird nicht geändert. Der Artikel 104a über sicheres Essen bleibt. Das Volk hat ihn 2017 angenommen. Er nennt keine Zahl für die Selbst-Versorgung. Selbst-Versorgung heisst: Wie viel von unserem Essen kommt aus der Schweiz? Im Gesetz gibt es aber ein Ziel für Dünger: Die Bauern sollen bis 2030 15 Prozent weniger Stickstoff verlieren. Nämlich im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2016. Das heisst: von rund 97'000 auf 83'000 Tonnen pro Jahr.

    Quelle: Verfassung, Artikel 104a · Landwirtschafts-Gesetz, Artikel 6a · Botschaft vom Bundes-Rat ↗
  2. bis 08.12.2026 Die Vernehmlassung zur Agrar-Politik 2030+ läuft steht im Gesetz

    Der Bundes-Rat plant eine neue Agrar-Politik ab 2030. Sie heisst AP30+. Am 2. September 2026 hat er dazu eine Vernehmlassung gestartet. Das heisst: Parteien, Kantone und Verbände können ihre Meinung sagen. Das dauert bis 8. Dezember 2026. Der Bundes-Rat schlägt vor: Geld für die Bauern soll mehr an Ergebnisse gebunden sein. Weniger Papier-Kram. Man schaut besser auf den Markt. Und man macht Abmachungen mit den grossen Läden. Für die Jahre 2030 bis 2033 will der Bundes-Rat rund 13,8 Milliarden Franken für die Bauern. Das sind 123 Millionen weniger als für 2026 bis 2029.

    Quelle: Bundes-Rat, Mitteilung vom 2. September 2026 · Bundes-Amt für Landwirtschaft, Agrar-Politik 2030+ ↗
  3. 01.01.2030 Die AP30+ soll ab 2030 gelten schätzt der Bund

    Der Plan vom Bundes-Rat: Die neuen Gesetze sollen am 1. Januar 2030 gelten. Zusammen mit den Regeln dazu und dem Geld für 2030 bis 2033. Vorher passiert noch viel: Der Bundes-Rat wertet die Vernehmlassung aus. Er schreibt eine Botschaft. Und das Parlament berät. Das Parlament kann den Vorschlag ändern.

    Quelle: Bericht zur Vernehmlassung AP30+, 2. September 2026 (Plan vom Bundes-Rat) ↗
  4. 2033 / 2050 Ziel: 47 Prozent bis 2033, mindestens 50 Prozent bis 2050 schätzt der Bund

    Der Bundes-Rat hält an seinem Ziel fest: Bis 2050 soll mindestens die Hälfte vom Essen aus der Schweiz kommen. Ein Zwischen-Ziel für 2033: mindestens 47 Prozent Selbst-Versorgung. Im Jahr 2024 waren es 42 Prozent. Ausserdem: Auf mindestens der Hälfte der Äcker soll Essen für Menschen wachsen. Im Jahr 2023 war das auf 39 Prozent so. Das Bundes-Amt für Landwirtschaft sagt: Das Ziel für 2030 wird man nicht erreichen. Das Land für die Bauern wird jedes Jahr kleiner. Nämlich um rund 1'000 Hektaren.

    Quelle: Bericht zur AP30+ (Zwischen-Bilanz und Ziele 2033) · Bericht «Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik» vom 22. Juni 2022 ↗
  5. bis 2036 Was man erwartet: Der Weg in kleinen Schritten erwarten die Lager

    Das Komitee für die Initiative und die Gegner sehen es unterschiedlich. Nämlich wohin die heutige Agrar-Politik führt.

    Die Befürworter sagen

    Ohne die Initiative bleibt die Schweiz «zu mehr als 50 Prozent vom Ausland abhängig». Die Selbst-Versorgung sinkt weiter. 75 Prozent vom Geld für die Bauern geht weiter in Tiere. Und Trink-Wasser-Quellen muss man schliessen. Wegen Nitrat. Das ist ein Stoff aus dem Dünger.

    Das Komitee für die Initiative / Verein «Sauberes Wasser für alle» ↗
    Die Gegner sagen

    Die Agrar-Politik vom Bundes-Rat geht schon in die Richtung, die die Initiative will. Aber in kleinen Schritten. So haben die Bauern Zeit. Sicheres Essen und Umwelt-Schutz sind wichtige Anliegen. Die AP30+ kümmert sich darum. Ohne Zwang bei der Produktion und beim Essen.

    Der Bundes-Rat und das Parlament · Nein-Allianz (Bauern-Verband) ↗
    Quelle: Argumente im Abstimmungs-Büchlein, Seite 26 bis 29 ↗
Selbst-Versorgung: So war es bisher. Und das sind die Ziele. Prozent
Selbst-Versorgung: So war es bisher. Und das sind die Ziele. — Bei Ja / Bei Nein, 2010–2050 0 25 50 75 2010201420182022202820332050 Ja Nein Ja 2010: 53 Prozent 53 Ja 2011: 57 Prozent 57 Ja 2012: 55 Prozent 55 Ja 2013: 51 Prozent 51 Ja 2014: 56 Prozent 56 Ja 2015: 52 Prozent 52 Ja 2016: 48 Prozent 48 Ja 2017: 52 Prozent 52 Ja 2018: 51 Prozent 51 Ja 2019: 50 Prozent 50 Ja 2020: 49 Prozent 49 Ja 2021: 45 Prozent 45 Ja 2022: 46 Prozent 46 Ja 2023: 46 Prozent 46 Ja 2024: 42 Prozent 42 Ja 2036: 70 Prozent 70 Nein 2010: 53 Prozent 53 Nein 2011: 57 Prozent 57 Nein 2012: 55 Prozent 55 Nein 2013: 51 Prozent 51 Nein 2014: 56 Prozent 56 Nein 2015: 52 Prozent 52 Nein 2016: 48 Prozent 48 Nein 2017: 52 Prozent 52 Nein 2018: 51 Prozent 51 Nein 2019: 50 Prozent 50 Nein 2020: 49 Prozent 49 Nein 2021: 45 Prozent 45 Nein 2022: 46 Prozent 46 Nein 2023: 46 Prozent 46 Nein 2024: 42 Prozent 42 Nein 2033: 47 Prozent 47 Nein 2050: 50 Prozent 50
So hat der Bund gerechnet
  • 2010 bis 2024: Das sind die echten Zahlen. Sie kommen von Agristat (Agrar-Bericht 2025). Die Zahl für 2024 ist noch vorläufig. Wir haben auf ganze Prozent gerundet. Die Zahlen sind für Ja und Nein gleich.
  • Ja 2036: Das ist die Vorgabe der Initiative. Mindestens 70 Prozent innerhalb von 10 Jahren. So steht es auch im Abstimmungs-Büchlein. Zwischen-Ziele legt erst das Gesetz fest. Darum gibt es keine Zahlen für 2027 bis 2035.
  • Nein 2033: Das ist das Zwischen-Ziel vom Bundes-Rat aus dem Bericht zur AP30+ (mindestens 47 Prozent). Nein 2050: Das ist das Ziel vom Bundes-Rat (mindestens 50 Prozent, Bericht vom 22. Juni 2022, im Büchlein «Ziel Bundesrat bis 2050»). Beides sind politische Ziele. Keine Vorhersagen. Das Bundes-Amt für Landwirtschaft sagt: Bis 2030 wird das Ziel nicht erreicht.
  • Leere Werte (null) bedeuten: Es gibt keine amtliche Zahl für dieses Jahr und diesen Fall. Die Linie zeigt Ziele. Keine Vorhersage.
Die Zahlen als Tabelle
JahrBei JaBei Nein
20105353
20115757
20125555
20135151
20145656
20155252
20164848
20175252
20185151
20195050
20204949
20214545
20224646
20234646
20244242
2028––
2033–47
203670–
2050–50
Quelle: Agrar-Bericht 2025 vom Bund (Agristat) · Abstimmungs-Büchlein Seite 23 · Bericht zur AP30+ (2. September 2026) · Stand 2026-09 ↗
Kann man das später wieder ändern?
Verfassung: Volk und Kantone müssen zustimmen

Die neuen Artikel 74a und 104a und die Übergangs-Regel stehen dann in der Verfassung. Man kann sie nur mit einer neuen Abstimmung ändern oder lockern. Dafür gibt es zwei Wege: Eine Volks-Initiative mit 100'000 Unterschriften. Oder ein Beschluss vom Parlament. In beiden Fällen müssen Volk und Kantone Ja sagen. Die Zwischen-Ziele und die Mittel stehen aber im Gesetz. Das Parlament kann sie ändern. Dagegen kann man das Referendum ergreifen. Bei einem Nein läuft die Agrar-Politik weiter wie heute: über das Landwirtschafts-Gesetz, Verordnungen und das Geld für jeweils 4 Jahre. Eine neue Initiative ist jederzeit möglich.

Andere Vorschläge im Parlament
Gegen-Entwurf von einer Minderheit (SP, Grüne, GLP)

Im National-Rat wollte eine Minderheit einen milderen Verfassungs-Artikel. Nur zum Schutz von Natur und Arten-Vielfalt. Und zum Schutz von Gewässern und Böden. Ohne Zahl für die Selbst-Versorgung. Und ohne Frist von 10 Jahren. Der Bundes-Rat selbst hatte keinen Gegen-Vorschlag gemacht. Er verwies auf die Agrar-Politik 2030+.

Ergebnis Der National-Rat hat am 17. Dezember 2025 Nein gesagt: 73 zu 121 Stimmen. Die Initiative selbst haben beide Räte ohne Gegen-Stimme abgelehnt. Schluss-Abstimmung am 20. März 2026: National-Rat 194 zu 0, Stände-Rat 44 zu 0.
Quelle: parlament.ch ↗
Das weiss man noch nicht

Die Initiative gibt 10 Jahre Zeit. Diese Frist endet am 27. September 2036. Bei einem Ja ist offen: Mit welchen Mitteln erreicht man die 70 Prozent? Welche Zwischen-Ziele stehen im Gesetz? Und was kostet die Hilfe für die Bauern? Bei einem Nein ist offen: Erreicht die neue Agrar-Politik das Ziel vom Bundes-Rat? Das Ziel heisst: mindestens 50 Prozent bis 2050. Das Bundes-Amt für Landwirtschaft sagt: Bis 2030 wird sich der Trend nicht drehen.

Tendenz von den Besuchern

Was denkst du heute über die Vorlage?

Diskussion

Regeln für die Diskussion

Bleib freundlich. Schreibe sachlich. Keine Beleidigungen. Meinungen für Ja und für Nein sind gleich willkommen. Dein Beitrag erscheint, wenn du den Link in der E-Mail klickst. Wir dürfen Beiträge wieder löschen.

Der genaue Text der Vorlage Der neue Text in der Verfassung

Das ist der Original-Text. Er ist in schwerer Sprache. Wir haben ihn nicht verändert. Die Erklärung in Leichter Sprache steht oben bei «Worum geht es?».

Art. 74a Erhaltung der Ökosysteme und der Biodiversität

1 Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Erhaltung der Ökosysteme und der Biodiversität.

2 Der Bund lässt namentlich nicht mehr zu, dass die für die Gewässerqualität, die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität essenziellen, im Jahr 2008 vom Bundesamt für Landwirtschaft und vom Bundesamt für Umwelt als Umweltziele für die Landwirtschaft definierten Höchstwerte für Stickstoffverbindungen und Phosphor überschritten werden.

Art. 104a Abs. 1 Einleitungssatz und Bst. a, abis und c sowie Abs. 2 und 3

1 Zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln einschliesslich sauberen Trinkwassers schafft der Bund Voraussetzungen für: a. die Sicherung der Grundlagen für die landwirtschaftliche Produktion, insbesondere des Kulturlandes, der Biodiversität und der Bodenfruchtbarkeit sowie die Förderung von natürlichem, samenfestem Saat- und Pflanzgut; abis. die Sicherung der Grundwasserressourcen für die nachhaltige Trinkwassergewinnung; c. eine auf den Markt ausgerichtete und zugleich nachhaltige, klimabewusste Land- und Ernährungswirtschaft;

2 Der Bund strebt einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent an. Zu diesem Zweck trifft er insbesondere Massnahmen zur Förderung einer vermehrt auf pflanzlichen Lebensmitteln basierenden Ernährungsweise und einer darauf ausgerichteten Land- und Ernährungswirtschaft.

3 Bund und Kantone richten ihre Subventionen, die Förderung von Forschung, Beratung und Ausbildung sowie andere staatliche Anreize so aus, dass sie den Bestimmungen nach den Absätzen 1 und 2 nicht zuwiderlaufen.

Art. 197 Ziff. 15 Übergangsbestimmungen

1 Bund und Kantone erlassen ihre Ausführungsbestimmungen zu den Artikeln 74a und 104a Absatz 1 Einleitungssatz und Buchstaben a, abis und c sowie Absätze 2 und 3 innert fünf Jahren nach deren Annahme durch Volk und Stände.

2 Die Ausführungsgesetzgebung des Bundes regelt namentlich die Instrumente, die es ermöglichen, die neuen Vorgaben […] innert zehn Jahren nach deren Annahme zu erfüllen. Bezüglich des angestrebten Netto-Selbstversorgungsgrades legt das Gesetz auch Zwischenziele fest.

3 Die nötigen Anpassungen der landwirtschaftlichen Produktion sind sozialverträglich auszugestalten und werden vom Bund finanziell unterstützt.

Art. 2 des Bundesbeschlusses

Die Bundesversammlung empfiehlt Volk und Ständen, die Initiative abzulehnen.

Quelle: Fedlex (Bundes-Beschluss) ↗
Umfragen Eine Umfrage ist keine Vorhersage.

Die Umfragen sind sehr verschieden. Bei der SRG ist es fast gleich viel Ja und Nein. Bei Tamedia ist es klar Nein. Das kommt von der Methode. Viele Leute wussten im August noch nicht, was sie stimmen.

Wer hat gefragt? Wann? Wie viele? Ja Nein Unsicher
gfs.bern (1. SRG-Trendumfrage) · SRG SSR 3.–16. August 2026 17'212 47 % 49 % 4 %
LeeWas (1. Welle) · Tamedia / 20 Minuten 12.–13. August 2026 13'154 31 % 65 % 4 %
YouGov Schweiz (2. Welle) · YouGov 3.–17. August 2026 3'080 37 % 52 % 11 %

Kommt noch: Am 16. September 2026 kommt eine neue SRG-Umfrage. Wir tragen sie dann ein.

Mehr dazu · zum Aufklappen
Die Geschichte der Neutralität Von 1815 bis zur Abstimmung 2026

Drei Abstimmungen über die Landwirtschaft in neun Jahren.

  1. 2017
    Sichere Ernährung in die Verfassung Das Volk sagt mit 78,7 von 100 Stimmen Ja. Das ist der heutige Artikel 104a. srf.ch
  2. 2021
    Trink-Wasser-Initiative und Pestizid-Initiative Beide Initiativen verlieren klar. Nur 39 von 100 sagen Ja. swissvotes.ch
  3. 2024
    Ernährungs-Initiative eingereicht Der Verein «Sauberes Wasser für alle» gibt 112'736 gültige Unterschriften ab. swissinfo.ch
  4. 2026
    Parlament sagt Nein Im National-Rat und im Stände-Rat sagt niemand Ja. 194 zu 0 und 44 zu 0. parlament.ch
Irrtümer aufklären Was viele falsch verstehen — klar erklärt

Beide Seiten nennen richtige Zahlen. Aber die Zahlen bedeuten verschiedene Dinge. Hier sind fünf Beispiele.

Viele denken:«Die Schweiz macht nur 42 von 100 Teilen selbst.» Oder: «Es sind 50 von 100.»
Richtig ist:Beide Zahlen stimmen. Brutto sind es ungefähr 50. Netto sind es 42 bis 46. Netto heisst: Man zieht das Essen ab, das nur mit Futter aus dem Ausland gemacht wird.
agrarbericht.ch
Viele denken:«60 von 100 Teilen der Fläche.» Diese Zahl gibt es zweimal.
Richtig ist:Das Komitee sagt: Auf 60 von 100 Teilen vom Acker-Land wächst Futter. Der Bundes-Rat sagt: 60 von 100 Teilen vom ganzen Land sind Wiesen. Dort geht kein Acker-Bau. Beide Zahlen meinen etwas anderes.
Abstimmungs-Büchlein
Viele denken:«75 von 100 Teilen vom Geld für die Bauern gehen an die Tier-Haltung.»
Richtig ist:Diese Zahl hat das Komitee selbst ausgerechnet. Der Bund rechnet das Geld anders zusammen. Darum ist die Zahl umstritten.
data.blw.admin.ch
Viele denken:«Die Hälfte aller Tiere müsste weg.»
Richtig ist:Diese Zahl steht im Bericht vom Bundes-Rat. Sie kommt aus einer Modell-Rechnung von Agroscope. Es ist eine Schätzung. In der Initiative steht keine Zahl zu den Tieren.
srf.ch
Viele denken:«Die Selbst-Versorgung zeigt, ob wir in einer Krise genug Essen haben.»
Richtig ist:Die Zahl ist wichtig. Aber sie sagt nicht alles. Zum Beispiel: Dünger und Saatgut kommen auch aus dem Ausland. Das ist in der Zahl nicht drin.
bauernzeitung.ch
Was wir noch nicht wissen Hier fehlen noch Infos. Wir tragen sie später nach.
  • Die Zahl «75 von 100 Teilen vom Geld gehen an die Tier-Haltung» hat das Komitee ausgerechnet. Der Bund hat keine solche Zahl.
  • Wir wissen nicht genau, wann die Partei «Die Mitte» ihre Parole gefasst hat.
  • Der Bund sagt nicht genau, wie viel die Initiative kosten würde.
  • Am 16. September 2026 kommt eine neue Umfrage. Die haben wir noch nicht.
Für Lehr-Personen · Bezug zum Lehrplan
  • Sek I · Einstieg
    Politische Bildung: Wie funktioniert eine Volks-Initiative? Essen und Landwirtschaft als Beispiel.
  • Sek II / Gymi · BFS / ABU
    ABU / Sek II: Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft. Wie bildet man sich eine eigene Meinung?

Quellen: Bundeskanzlei — Erläuterungen des Bundesrates zum 27.09.2026 (Abstimmungsbüchlein, PDF) · Fedlex — Bundesbeschluss über die Volksinitiative (BBl 2026 800) · Parlament — Curia Vista, Geschäft 25.067 · Bundesrat — Botschaft: Empfehlung zur Ablehnung (13.08.2025) · BLW — Ernährungsinitiative · BLW — Agrarbericht 2025: Selbstversorgungsgrad · Parlamentsdienste — Ernährungsinitiative bleibt im Parlament chancenlos (17.03.2026) · Initiativkomitee — Für eine sichere Ernährung · Nein-Komitee — ernaehrungsinitiative-nein.ch · LID — Breites Nein-Komitee warnt vor Ernährungsinitiative · Tages-Anzeiger — Greenpeace, Pro Natura und Vier Pfoten entziehen Ernährungsinitiative Unterstützung · GRÜNE — Abstimmungen 27. September 2026 (Stimmfreigabe) · SVP — Delegiertenversammlung 22.08.2026 · SP — Nein zur Ernährungsinitiative · FDP — Parolen · GLP — Delegiertenversammlung Nottwil (27.06.2026) · EVP — Parolen (27.06.2026) · EDU — Parolen (08.08.2026) · Moneycab — Klares Nein des Gewerbes (sgv, 05.05.2026) · SRF — Ernährungsinitiative will laut Parmelin «zu schnell zu viel» (11.08.2026) · BauernZeitung — Was der Selbstversorgungsgrad misst · gfs.bern — 1. SRG-Trendumfrage zum 27.09.2026